Das Aufzeigen der Entstehung der Rasse zum Irish Red and White Setters ist angesichts diesem geschichtlichen Hintergrund und auch dem Mangel an schriftlichen Dokumenten schwierig und vieles wird daher wohl für immer im Dunkeln der Geschichte versunken bleiben. Wir versuchen hier aber an dieser Stelle trotzdem aus den wenigen Schriftlichen Quellen die zur Verfügung stehen die Rassegeschichte der Red and White Setter aufzuzeigen.

Die Vorläufer der verschiedenen Setterrassen waren ursprünglich Jagdhunde mit einer weissen Basisfarbe besser bekannt unter dem Begriff "Spaniel". In alten Dokumenten, Gemälde und Gedichte werden diese "Spaniels" als Hunde mit hell- oder dunkelroter, orangen- oder zitronenfarbigen Platten mit weisser Grundfarbe beschrieben.
Die ersten Hinweise auf einen Irischen Spaniel finden sich im 11. Jahrhundert in dem walisischen Gesetzbuch Buch „The Laws of Howell“.

Für den Begriff Spaniel gibt es zwei mögliche Ansätze:
Da man vermutete, dass diese Hunde ursprünglich aus Spanien stammen, wurde er aus dem Wort Spanien abgeleitet.
Eine Bestätigung in diese Richtung beschreibt Edward Plantagenet, der Zweite Duke of York, der den Titel Master of Game (Wildmeister) führt, im 14. Jahrhundert in seinem Buch über die damaligen Jagdhunde eine aus Spanien stammende Art, die von dort auch nach England gekommen sei.

Einen weiteren Hinweis auf Spanien liefert das berühmteste Jagdbuch des Mittelalters das „Livre de Chasse“
Zwischen 1387-1389 verfasste der Graf von Foix und Béarn, Gaston III., sein Livre de chasse, das Buch der Jagd. Dieses Werk ist nicht nur die berühmteste Darstellung der mittelalterlichen Jagd, es darf zugleich als eines der interessantesten kulturgeschichtlichen Zeugnisse seiner Zeit bezeichnet werden.


Abbildung eines Hundes in "The Law of Howell"

 Gaston de Foix, wegen seiner leuchtend blonden Haare nach dem griechischen Sonnengott auch »Phoe-bus« genannt, schildert in den vier Teilen des Buchs der Jagd in klarer Sprache und didaktisch klug nicht nur die gängigen Formen der Jagd. Vielmehr stellt er eine beeindruckende Naturgeschichte vor, die – lange vor der Zeit empirischer Wissenschaften – allein auf der ausführlichen Beobachtung verschiedener Tiergattungen beruhte und noch im 19. Jahrhundert als Lehrbuch verwendet wurde.

Ein weiteres Buch ist das  „Mirroir de Phoebus“ des Gaston de Foix, der in der Nähe der spanischen Grenze lebte und der beschreibt, wie damals eine Spaniel-Rasse abgerichtet wurde vor dem ausgemachten Wild zu verharren (chiens couchant) bis das Netz behutsam über die Vögel und die Hunde gezogen werden konnte, und eine weitere Spaniel-Rasse, die das Wild in die Netze der Vogeljäger trieben. Er nennt sie:
"Chien d’ysel" oder "espainholz".

Eine andere These geht vom keltischen Ausdruck "spain" in der Uebersetzung für "Kaninchen" als möglichen Ursprung aus.

Dr.Johannes Caius erwähnt 1570 in seinem Buch „De Canibus Britannicis“ oder  „Of English Dogges“ in dem erstmals umfassend 22 englische Hunderassen beschrieben werden:


Das "Livre de Chasse" zeichnet sich durch eine wunderschöne Bebilderung der Jagdzenen aus.

"Es gibt schnellfüssige Hunde für die Falkenbeize und Stöberhunde für die Netzjagd. Diese Hunde haben keine eigenen Namen, man nennt sie nach ihrem Gebrauch: Falkenhunde, Fasanenhunde, Rebhuhnhunde usw.
Das gemeine Volk ruft ihn generell mit dem gleichen Wort, nämlich Spaniel, ... Der größte Teil des Felles ist weiss, und wenn sie mit einigen Flecken markiert sind, sind diese gewöhnlich rot und damit ziemlich auffällig..."

Weiter bezeichnet er Hunde als Setter, welche das Wild aufstöberten und das Wild an Land finden.

Wie wir gesehen haben, liegt der ursprung des Setters bei Hunden, welche als Geschenke vom Festland und durch die Einwanderung der Bevölkerung aus Europa und England nach Irland gelangt sind.
Da Hunde zur damaligen Zeit nur zur Jagd gehalten und gezüchtet wurden, bestand das Selektionsverfahren darin, dass nur Hunde weitergezüchtet wurden, welche die besten Eigenschaften für das jeweilige Jagdverfahren zeigten.

Über die Jahrhunderte wurden die Irish Setter entweder zu einer roten oder einer weissen Grundfarbe gezüchtet.

Ein der ältesten Abbildungen das dem Erscheinungsbild hinsichtlich Farbe, Ausdruck und Typus des heutigen Setters am nächsten kommt ist ein Ölgemälde von Anthony van Dyck.aus dem Jahre 1630 “Philip, 4th Earl of Pembroke and His Family “
Auf dem linken untern Teil befinden sich neben den Nachkommen zwei Hunde, welche einem Irish Red Setter gleichen.

Der heutige roten Setter stammen durch okkasionellen Kreuzungen mit anderen Farben vom Red & White Setter ab. Der Red & White seinerseits stammt vom Rot-Weissen Spaniel ab.
Interessant ist, dass aus der Kenntnis der modernen Genetik durch die okkasionelle Zucht, also die Hervorhebung einer anderen Farbe, für ein vollkommenes Rot aus einer rot/weissen Basis mit mehrheitlich weiss als Basisfarbe eine Kreuzung mit einem reinen schwarzen Hund das geeignete Vorgehen ist. Vorausgesetzt es gäbe solche Hunde mit derselben Charakteristik und solche Hunde gab es mit Sicherheit.

Aus diesem Kontext kann man mit Sicherheit davon ausgehen, dass der Irish Red & White die ältere der beiden Irish Setter ist. Noch heute sind am Red Setter an der Brust ein weisse Flcken sichtbar, welcher auch durch den Rassestandard erlaubt ist.

Ein letztes Überbleibsel aus der gemeinsamen Vergangenheit